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Moore

Hoch-, Flach- und Übergangsmoore gehören zu den seltensten und wertvollsten Lebensräumen der Schweiz. Wegen ihres radikalen Rückgangs (90% seit Ende 19. Jahrhundert) sind sie Lebensraum vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Ein Viertel aller bedrohten Tierarten ist für ihr Überleben auf intakte Moorlandschaften angewiesen.

Die verschiedenen Moortypen sind häufig Bestandteil einer sehr abwechslungsreichen und vielfältigen Moorlandschaft, welche sich aus Hoch-, Flach- und Übergangsmooren, Moorwäldern und anderen naturnahen Landschaftselementen zusammensetzt. Die am besten erhaltenen Moore und Moorlandschaften sind in nationalen und kantonalen Inventaren aufgelistet und streng geschützt. In ihnen dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden, ausser es handle sich um dem Moorschutz zuträgliche Massnahmen.

In keiner andern Region der Schweiz sind so viele und grossflächige Moore in zusammenhängenden Moorlandschaften erhalten geblieben wie in der UNESCO Biosphäre Entlebuch (UBE). Vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung liegen ganz oder teilweise in der UBE, nämlich Habkern/Sörenberg, Hilferenpass, Glaubenberg und Klein Entlen. Sie umfassen rund ein Viertel der Fläche des Entlebuchs und rund ein Zehntel der gesamten Hochmoorfläche der Schweiz.

 

Moore entstehen an unterschiedlichen Stellen im Gelände auf wasserundurchlässigen Böden. Solche Böden bestehen meist mit Flysch oder mit Lehm, der sich während der letzten Eiszeit ablagerte, abgedichtet.
 
Je nach Durchlässigkeit des Bodens, Hangneigung, Wasserzu- und Abfluss und topografischer Lage entwickeln sich unterschiedliche Moortypen. Auch die Menschen haben die Vielfalt von Moortypen erheblich beeinflusst.
 
In einem Hochmoor herrschen in jeder Hinsicht extreme Lebensbedingungen. Es ist nass, sauer und nährstoffarm. Dazu sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr gross. Nur hoch spezialisierte Pflanzen können diesen Lebensraum besiedeln.
 
In der Schweiz gibt es noch 15 km2 Hoch- und 192 km2 Flachmoore. Verglichen mit den ca. 2500 km2 Moorfläche im 19. Jahrhundert bleibt eine Restfläche von ungefähr 10%. Die Qualität dieser Moorreste wird seit rund 10 Jahren vom Bundesamt für Umwelt im sogenannten Moormonitoring überprüft.
 

UNESCO Biosphäre Entlebuch
Chlosterbüel 28
CH-6170 Schüpfheim
Tel. +41 41 485 88 50
Fax +41 41 485 88 51
zentrum@biosphaere.ch