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title: "Wahl Parkvogel | UNESCO Biosphäre Entlebuch"
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description: "Im Projekt «Parkvogel» der Schweizer Pärke und der Vogelwarte definiert jeder Schweizer Park seinen Parkvogel, den sie speziell in den Fokus stellen."
language: "de"
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**Raufusskauz ist Parkvogel der UNESCO Biosphäre Entlebuch**
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Gemeinsam setzen sich die Schweizer Pärke und die Vogelwarte für den Erhalt, die Pflege und die Aufwertung der Lebensräume der verschiedenen Vogelarten ein. Im Projekt «» definiert jeder Schweizer Park seinen Parkvogel, den sie speziell in den Fokus stellen.

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch hat die Wahl des Parkvogels der Öffentlichkeit überlassen. Über 1000 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen und den  als Sieger der  gewählt.

Der Raufusskauz ist ein echtes Juwel der Entlebucher Wälder. Sein „erstaunter“ Gesichtsausdruck mit dem hellen, schwarzgeränderten Gesichtsfeld, die leuchtend gelben Augen und die weiss befiederten Füsse machen ihn unverwechselbar. Das braune, pelzartige Gefieder mit seinen feinen, weissen Punkten bietet ihm zusätzlich perfekte Tarnung.

Damit dieser besondere Kauz im Entlebuch weiterhin eine Zukunft hat, will die UNESCO Biosphäre Entlebuch Projekte zur Förderung des Raufusskauzes und seines Lebensraums entwickeln. Gleichzeitig soll die Bevölkerung für seine Bedürfnisse sensibilisiert und die faszinierende Eulenart bekannter gemacht werden.

 

Die Kandidaten

Alle unsere Kandidaten kommen in der UNESCO Biosphäre Entlebuch vor, wenn zum Teil auch nur selten. Sie alle sind gefährdet und stehen deshalb auf der roten Liste bedrohter Tierarten.

 

Raufusskauz

Der Raufusskauz *(Aegolius funereus)* ist eine kleine Eule der kühlen Wälder Europas und Nordamerikas. In der Schweiz ist er in Bergwäldern der Alpen und des Juras verbreitet. Charakteristisch sind seine grossen, gelben Augen, der rundliche Kopf ohne Federohren und die befiederten Füsse, die ihm seinen Namen geben. Er ist überwiegend nachtaktiv, weshalb man ihn meist eher hört als sieht. Sein charakteristischer Balzruf kann in stillen winterlichen Nächten weit herum vernommen werden. Für die Brut und die Aufzucht der Jungen ist er von Baumhöhlen abhängig. Meist nutzt er ehemalige Höhlen des Schwarzspechts.

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- Weitere erstaunliche Eigenheiten des Raufusskauzes:
    
    
    - **Ausgezeichnetes Gehör**: Wie viele Eulen besitzt er asymmetrisch angeordnete Ohren, die ihm eine extrem präzise Ortung von Beute, selbst unter Schnee, ermöglichen. Sein Gehör ist besonders gut, besser als das der meisten anderen Eulen.
    - **Unregelmässiger Bruterfolg**: Da seine Nahrung fast ausschliesslich aus Kleinsäugern besteht, hängen Brutverhalten und der Bruterfolg stark vom Mäuseangebot ab. In guten Jahren finden viele Bruten statt, und es überleben viele Junge, in schlechten Jahren gibt es nur wenige Bruten, und auch vollständige Ausfälle können vorkommen.
    - **Nachtaktiv**: Die Nacht ist die Zeit seiner Hauptaktivitäten. Tagsüber sitzt der Raufusskauz oft in Baumhöhlen oder im dichten Geäst, fast vollständig verborgen, was ihn schwer beobachtbar macht.
    - **Jungvögel**: Wie bei den meisten Eulen verlassen die Jungen bereits das Nest, wenn sie noch nicht flügge sind. Man redet dann nicht mehr von «Nestlingen», sondern von «Ästlingen». Dann aber lernen sie rasch fliegen und lernen in kleinen, eng verbundenen Gruppen, teilweise noch unter Anleitung der Eltern, zu jagen.
    - **Weitwanderungen**: Jungvögel können nach dem Flüggewerden überraschend weite Strecken zurücklegen und tauchen dann teils weit ausserhalb ihres eigentlichen Verbreitungsgebiets auf.
    - **Balzruf**: Sein Ruf besteht aus einer Reihe, kurzer weicher Töne, die nachts durch den Wald hallen.
    - **Perleneule**: In Schwedisch heisst er Pärluggla, was so viel wie Perleneule heisst – bezogen auf die hellen Punkte auf dem Flügel.
    - **Top of Nachtaktiv**: Er ist zusammen mit der Schleiereule die Eulenart, die bei uns am stärksten nachtaktiv ist (nördlich des Polarkreises muss er wegen des Polarsommers auch tagaktiv sein).
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Haselhuhn

Das Haselhuhn (*Tetrastes bonasia*) ist ein kleines Raufusshuhn strukturreicher Wälder Europas und Asiens. In der Schweiz besiedelt es die Alpen und Voralpen sowie den westlichen und zentralen Jura mit ca. 3'000 bis 5'500 Paaren. Es ist erkennbar an seiner kleinen Gestalt mit fein gemustertem, gut tarnendem Gefieder und der dunklen Schwanzendbinde. Es ist stark an naturnahe, lichtdurchsetzte Mischwälder mit dichtem Unterholz gebunden, die ihm Nahrung und Deckung bieten. Das Haselhuhn ist nur selten zu sehen, da es sehr verborgen lebt, offene Flächen meidet und sich meist lautlos am Boden bewegt.

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- Weitere erstaunliche Eigenheiten des Haselhuhns
    
    
    - **Mosaikartige Wälder** Das Haselhuhn braucht als Nahrungspflanzen Sträucher und für die Sichtdeckung Nadelbäume. Es kommt daher nur in Nadel- und Mischwäldern vor, welche genug offen sind, um seinen Nahrungspflanzen das Aufkommen zu ermöglichen. Solche, oft feuchten, gemischten Wälder sind in der UNESCO Biosphäre Entlebuch häufig.
    - **Nährstoffarmer Winterfood:** Im Winter ernährt es sich hauptsächlich von Beeren, Knospen, Kätzchen und Trieben der Weichholzarten (Vogelbeere, Hasel, Erle und Birke) – eine extrem nährstoffarme, aber verlässliche Nahrungsquelle.
    - **Paarbindung:** Das Haselhuhn geht während der Brutzeit Paarbindungen ein. Im Gegensatz zu Birk- und Auerhuhn gibt es jedoch keine Gemeinschaftsbalz auf Balzplätzen. Die Haselhähne besetzen, ähnlich wie Singvögel, Reviere und markieren diese mit ihrem charakteristischen Gesang.
    - **Heimliches Raufusshuhn:** Statt zu fliehen, verharrt das Haselhuhn bei Gefahr oft reglos am Boden oder auf einem Ast und vertraut vollständig auf seine perfekte Tarnung. Wegen der heimlichen Lebensweise sind Funde von Federn oder Kot und die Feststellung von Spuren wertvolle Hinweise auf das Vorkommen des Vogels.
    - **Leiser Pfeifton:** Der Balzgesang des Hahns ist ein sehr hochfrequenter, dünner Pfeifton, der an denjenigen von Meisen erinnert und für viele Menschen kaum hörbar ist.
    - **Kleine Aktionsräume:** Haselhühner nutzen für ihre Tagesaktivitäten energiesparend oft nur sehr kleine Gebiete innerhalb des Reviers. Ein Revier eines Paars umfasst meist 10-30 Hektaren, was variieren kann, je nachdem wie ergiebig das betreffende Gebiet für die Nahrungssuche ist.
    - **Winterfest:** Haselhühner verbringen auch den Winter in den dichten komplexen Waldstrukturen. Dort finden sie Deckung in Bodennähe oder in Ästen und Sträuchern.
    - **Virtuos fliegende Fussgängerin:** Die Haselhühner sind flinke Fussgänger und halten sich in der warmen Jahreszeit häufig am Boden auf. Anders als Auerhühner bewegen sie sich aber, aufgrund ihrer geringen Grösse, auch fliegend virtuos durch den dichten Wald. Dank ihres geringen Gewichts können sie, auf dünnen Ästen der Sträucher balancierend, Beeren, Knospen und Kätzchen fressen.
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Zitronenzeisig

Der Zitronenzeisig (*Carduelis citrinella*) ist ein kleiner, lebhafter Fink, der nur in den subalpinen Wäldern der südwesteuropäischen Mittelgebirge vorkommt. Er fällt durch sein gelbgrünliches Gefieder und den gelben Bürzel auf, die ihm seinen Namen verleihen. Besonders ist seine enge Bindung an Gebirgswälder und alpine Landschaften, wo er sich überwiegend von Samen, vor allem der Nadelbäume, ernährt. Sein feiner, zwitschernder Gesang klingt weich und metallisch und ist gut in den kargen Bergregionen zu hören.

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- Weitere erstaunliche Eigenheiten des Zitronenzeisigs
    
    
    - **Endemit in Europa**: Der Zitronenzeisig kommt nur in Europa vor und weist eine starke Spezialisierung auf kühle, hochgelegene Nadelwaldgebiete mit eingestreuten alpinen Wiesen und Weiden auf.
    - **Vegetarische Jugend**: Anders als viele Singvögel füttert der Zitronenzeisig seine Jungen überwiegend mit halbreifen (milchreifen) Pflanzensamen von Korbblütlern (Asteraceae), wie Löwenzahn, Disteln, Flockenblumen oder Greiskräutern.
    - **Fluch und Segen**: Diese Spezialisierung hat zur Folge, dass die Brutzeit eng mit der Blüte und Samenreife der alpinen Kräuter gekoppelt ist. Der Zitronenzeisig ist dadurch besonders anfällig für Veränderungen der Bergwiesen. Gleichzeitig erlaubt ihm diese Ernährungsweise, wetterunabhängig, das heisst, mit wenig Insekten, erfolgreich zu brüten.
    - **Teilzieher**: Der Zitronenzeisig zieht im Winter nicht weg, sondern ist eine teilziehende Art, die im Winter je nach Witterung und Nahrungsangebot in tiefere Lagen ausweicht.
    - **Gesellig und standorttreu**: Ausserhalb der Brutzeit bewegt er sich innerhalb standorttreuer Kleingruppen, häufig zusammen mit anderen Finkenarten, anstatt grosse, offene Schwärme zu bilden.
    - **Einzigartig**: Trotz seines Aussehens ist er näher mit dem Erlenzeisig verwandt als mit dem bekannteren Stieglitz, mit dem er früher oft verwechselt wurde.
    - **Metallisch und weich**: Der Zitronenzeisig singt weicher und lieblicher im Vergleich mit dem ähnlichen jedoch lauten, metallischen Gesang des  Stieglitz.
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Kuckuck

Der Kuckuck (*Cuculus canorus* ) ist ein schlanker, grau-bräunlicher Vogel, der vor allem durch seinen charakteristischen „gu’-guh“-Ruf bekannt ist. Seine grösste Besonderheit ist der Brutparasitismus: Er legt seine Eier in die Nester anderer Singvögel und überlässt ihnen die Aufzucht seiner Jungen - eine Verhaltenstaktik, die nahezu einzigartig ist. Die Kuckucksküken schlüpfen früh und werfen die anderen Eier aus dem Nest. Der Kuckuck ist ein Langstreckenzieher, der den Winter in Afrika verbringt. Sein Vorkommen ist ein guter Indikator für Landschaften mit hoher Artenvielfalt.

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- Weitere erstaunliche Eigenheiten des Kuckucks:
    
    
    - **Eier-Mimikry:** Weibliche Kuckucke legen Eier, deren Farbe und Muster erstaunlich genau zu denen der jeweiligen Wirtsvogelart passen. Weil jedes Kuckucksweibchen einer Zuchtlinie angehört, die sich auf eine Wirtsvogelart spezialisiert hat, konnten sich die Kuckuckseier im Laufe der Zeit zu täuschend echten Kopien entwickeln. Trotz des beträchtlichen Grössenunterschieds zwischen Kuckuck und den kleinen Wirtsvögeln ist das Kuckucksei nur wenig grösser als jene der Wirtsvögel.
    - **Pflegeeltern:** Die Wirtsvögel für die Jungenaufzucht des Kuckucks sind in der Schweiz vor allem Bachstelze, Berg- und Baumpieper, Hausrotschwanz, Teichrohrsänger und Grauschnäpper, alles kleine Singvögel.
    - **Eiablage in Rekordzeit:** Die Eiablage ist der schwierigste Akt in der Fortpflanzung des Kuckucks. Das Weibchen beobachtet dabei stundenlang aus einem Versteck heraus das Brutgeschäft der auserwählten Pflegeeltern seines Nachwuchses. In einem günstigen Moment, in dem die Wirtseltern nicht am Nest sind, fliegt es rasch heran, packt mit dem Schnabel ein Ei, legt dann in Rekordzeit ihr Ei ins fremde Nest, und verlässt den Ort so schnell wie möglich. Trotz der Eiablage in Rekordzeit bleibt der unerwünschte Besuch des Kuckuckweibchens den Wirtseltern nicht immer verborgen. Dann attackieren sie das Weibchen heftig und versuchen es zu vertreiben.
    - **Kuckuck, wer ruft da?:** Das bekannte „gu’-guh“ spielt eine Rolle im Balz- und Partnersystem. Männchen rufen laut und wiederholt, um Weibchen anzulocken sowie Rivalen zu warnen. Weibchen rufen seltener und leiser, oft im Zusammenhang mit der Partner- oder der Nestsuche, wobei das Männchen zum ausgewählten Wirtsnest gelockt wird.
    - **Potentiell gefährdet (Rote Liste):** Der Kuckuck lebt vom Tiefland bis in die alpine Stufe. Im Mittelland ist er aber selten geworden. Sein Vorkommen dort ist nur noch auf wenige Feuchtgebiete beschränkt.
    - **Haarige Sache:** Der Kuckuck hat eine ausgesprochene Vorliebe für Schmetterlingsraupen (60-70% der Beutetiere), insbesondere für die Haarigen unter ihnen. Sie sind durch Nesselhaare und Giftstoffe für andere Insektenfresser ungeniessbar. So verfügt der Kuckuck über eine exklusive Nahrungsquelle mit wenig Konkurrenz.
    - **Gewöll:** Bevor der Kuckuck eine Raupe verschluckt, versucht er sie zu enthaaren, indem er sie der Schnabelkante entlang streicht. Dennoch kann die Magenschleimhaut dicht mit Raupenhaaren gespickt sein, sodass der Kuckuck diese, einem Gewöll ähnlich, von Zeit zu Zeit auswürgt und erneuert.
    - **Jugendliche Zugvögel:** In ihr Winterquartier südlich der Sahara müssen die jungen Kuckucke selbständig und unabhängig von ihren biologischen Eltern fliegen. Das ist nur dank des bei Vögeln angeborenen Orientierungssinns möglich.
    - **Kulturelle Bedeutung:** Der Kuckuck gilt in vielen Kulturen als Frühlingsbote und taucht häufig in Volksliedern, Redewendungen und Bräuchen auf.
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Quelle Vogelstimmen: