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Wir wünschen Weidmannsheil! – Die Wild-Jagd im Entlebuch

Ob einzeln auf der Pirsch, gesellig bei der Treibjagd oder hoch auf der Lauer, gejagt wird nach wie vor voller Enthusiasmus und nicht nur zum Genuss im Entlebuch. Die Jagd ist fester Bestandteil und Brauchtum, welches von Generation zu Generation weitergegeben wird. Für den Einsatz unserer Jäger sagen wir, Weidmann’s Dank!

Die Jagd im Entlebuch ist stets im Einklang mit der Natur – Weidmann’s Dank!

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Mit Willi Giger auf die Treibjagd

Als wir uns an diesem Herbsttag früh auf den Weg machten, war uns bereits etwas mulmig. Da wussten wir noch nicht, was uns im Jagd-Revier Entlebuch-Entlenmatt-Rothbach erwarten würde. Auf der Fahrt ins Entlebuch, stieg die Anspannung und gleichzeitig auch die Vorfreude auf ein unvergessliches Erlebnis. Wir werden die Treibjagd im Entlebuch hautnah miterleben. Das an der Seite von Echt-Entlebuch Produzent & Metzger Willi Giger.

Dieses Erlebnis ist für uns ein Selbstverständnis unseres bewussten Fleisch-Konsums, ein Geben und Nehmen wie auch eine respektvolle Anerkennung traditioneller Werte und des damit verbundenen Handwerks. Auch wenn die Jagd von vielen unter Kritik steht, ist sie für den Erhalt der Wälder vor allem nach der Verbannung natürlicher Raubtiere in unseren Wäldern – wie den Luchs und den Wolf – sehr wichtig geworden. Ein Jäger ist nicht mehr nur für’s Schiessen von Wild zuständig, sondern erbringt wichtige Arbeiten für das Gleichgewicht der Wälder wie auch für die Hege von Rehkitz und trägt so zum Schutz und der Pflege unserer Natur bei.

Die Treibjagd beginnt

Nach einem Kaffee bei Willi Giger in der Küche fahren wir zusammen zur Jagdhütte. Dort angekommen treffen wir auf eine generationenübergreifende Jagdgesellschaft in klassischer Jagdmontur und euphorischer Vorfreude auf den heutigen Tag. Zur Begrüssung wird das Jagdhorn geblasen, die Jäger wünschen sich Weidmannsheil und der Jagdauftrag mit aktuellen Kontingenten wird vom Vorstand verkündet. Die Strategie wird diskutiert, es werden Gruppen gebildet, Positionen zugeteilt und die Treiber instruiert. Aufbruchstimmung.

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Peter Thalmann läutet mit dem Jagdhorn die Jagd ein.

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Raphael Giger ist bereit mit Hund Luna (Schweizer Laufhund) das Wild aus dem Wald zu treiben.

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Als Förster kennt Peter Thalmann den Wald wie kein anderer.

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Mit dabei ist auch Willi’s Sohn Raphael, der heute als Treiber mit Hund Luna das Wild aus dem Wald treibt. Und so funktioniert die Treibjagd: Ein Trupp lauter Treiber samt schneller Jagdhunde rennt durch den Wald und treibt das Wild aus dem Wald heraus. Am anderen Ende des Waldes stehen strategisch platziert erfahrene Jäger, die auf das Wild warten und bereit sind zu schiessen. Doch es wird nicht auf alles geschossen, was aus dem Wald rennt. Nein. Ein genaues Kontingent an Wild wird befolgt und genauestens protokolliert. Nicht nur der Schuss zählt, sondern auch die Hege und Pflege der Wildtiere.

 

Geduld, mehr Geduld und noch mehr Ruhe

Fast meditativ sitzt Willi Giger während der Treibjagd auf der Lauer und horcht mit spitzen Ohren bei jedem noch so kleinen Geräusch auf. Es ist ein Geduldsspiel und mitunter auch Teil seiner Faszination Jagd. «Diese ruhigen Minuten in der Natur, während denen ich für mich alleine bin, sind mir genauso wichtig wie der Jagderfolg selber.», sagt Willi und schaut dabei in die Ferne. Von weitem ertönen die Geräusche der Treiber, die gerade genau das Gegenteil von Ruhe erleben.

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Am Platz angekommen wird alles kontrolliert. Schliesslich muss es bei Sichtung schnell gehen.

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Das Gewehr wird scharf gemacht – man weiss nie!

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Ein solcher Sitz ist nicht nur praktisch, sondern auch äusserst wichtig.

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Jetzt heisst es Geduld haben und bereit sein.

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Das Horn verkündet den Start und das Ende der Treibjagd.

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Kein Erfolg: halb so wild!

Beim ersten Anlauf passierte nichts, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn wir haben Zeit. Davon gibt’s bei der Jagd immer genug. Und wenn es mal an einem Jagd-Tag gar kein Wild gibt, ist das auch halb so wild, versichert man uns. Wir merken aber, es packt uns allen doch der Ehrgeiz und wir bereiten uns auf die nächste Runde vor.

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Auf dem Weg zurück

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Bei der Treibjagd ist man gesellig unterwegs.

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Die Hunde der Treibjagd werden zurückgerufen - weiter geht's.

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Zuerst gibt es aber eine kleine Pause, bei der über die erste Runde, über die laufende Jagdsaison und die Strategie der nächsten Runde gesprochen wird. Es ist Mittagszeit und alle packen ihr Sandwich, Snacks plus andere lokale Entlebucher Leckereien aus. Wir hatten das grosse Glück, dass Willi uns auch etwas mitgepackt hat und wir von seinen Echt Entlebuch Wurstwaren & Trockenfleisch Erzeugnisse probieren konnten.

 

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Eine kurze Pause tut uns allen gut – das gefällt vor allem Kira.

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Nachdem wir alle gut verpflegt und gestärkt waren, haben wir für die zweite Runde Peter Thalmann und seine Kleine Münsterländerin begleiten dürfen. Dabei haben wir viel über den Wald, dessen Gesundheit und den Einfluss der Jagd auf das Gleichgewicht von Flora & Fauna erfahren. Als Förster und Geschäftsinhaber der Entlebucher Wald-Holz GmbH hat er die Entwicklung des Entlebucher Waldes langjährig verfolgt und studiert. «Wir Jäger erhalten vom Kanton den Auftrag das Jagd-Kontingent so genau wie möglich zu erfüllen. Neben der Frage der Waldpflege ist die Gewinnung von Fleisch für die Gastronomie natürlich ein spannender Nebeneffekt.», erklärt er uns. Die Jagd-Gesellschaft haftet nämlich für Schäden am Wald, wenn das Schuss-Kontingent langfristig nicht erfüllt wird. Jungtriebe werden vom Wild gegessen, Baumrinden verletzt und könnten so Krankheiten ausgesetzt sein. Die Jäger achten auf ein gesundes Equilibrium des Wildbestandes in ihrem gepachtetem Revier. Auch hier ist es ein Geben und Nehmen im Einklang mit der Natur.

 

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Wir folgen Peter Thalmann zu seiner Postition: Eine Lichtung oberhalb des Waldstücks, in dem die Treiber lauthals durchschreiten.

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Die treue Begleiterin, Hündin Kira, bleibt als Jagd-Vorstehhund stets an Peters Seite.

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Peters Gewehr ist geladen.

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Das eigene Horn hat jeder Jäger bei sich zu tragen.

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Drei Runden, ein Schuss!

Auch bei der zweiten Runde bleibt das Jagdglück weg und wir machen und bereits Gedanken, ob das Wild uns zwei Städter bereits von Ferne gewittert hat. Wäre ja schade, wenn wir ohne Erfolg die Jagdgesellschaft zurücklassen müssten. Dann fällt Obmann Urs Studer die Entscheidung: «Es gibt eine dritte Runde.». Die Treiber, sichtlich erschöpft, sammeln nochmals ihre ganze Energie und machen sich auf den Weg zu einem anderen Waldabschnitt. Wir folgen Urs Studer zu einer ruhigen Waldlichtung oberhalb eines starken Gefälles.

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Das Gewehr wird gesichert und kommt in den Kofferraum.

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Die 3. Runde findet an einem anderen Ort statt – wir hören gespannt zu.

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Da weiss Marc Kalbermatten noch nichts von seinem Glück.

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Liebevoll verzierte Jagdgewehre zeigen die Faszination Jagd und dessen Charme für jung und alt.

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Mit Obmann der Jagdgesellschaft Urs Studer warten wir gespannt auf den Beginn der 3. Runde.

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Dort passiert etwas. Urs hält den Finger hoch und haltet uns an, ruhig zu sein. Brechende Äste ertönen. Wir sehen nichts. Urs ist sich sicher, dort ist etwas. Er macht lautlose Schritte nach vorn. Unser Puls ist spürbar. Plötzlich passiert es: Ein Schuss. Nicht von Urs, sondern von weiter weg. Wir schauen uns an und Urs hat ein Lächeln auf den Lippen. Wir erfahren über Telefon, dass ein Glücksschuss fiel. In letzter Sekunde vor Ende der Treibjagd sprang ein Reh aus dem Wald und Marc Kalbermatten schoss. Ein perfekter Schuss, wie wir danach erfahren werden. Alle guten Dinge sind wohl auch hier drei. Wir packen alles zusammen und fahren zum Treffpunkt. Dort sehen wir wie der glückliche Schütze mit seinem geschossenen Reh den Berg hinaufsteigt – ein Reh hat ein ziemliches Gewicht und das merkt man.

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Der glückliche Schütze trägt das Reh den Berg hoch.

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Er hat die Ehre wie auch die Pflicht, das Tier noch im Wald auszunehmen.

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Der Tannenzweig-Bruch im Äser (Maul) symbolisiert den «letzten Bissen» und ist eine Versöhnung wie auch gleichzeitig eine Ehrung des getöteten Wildes, welches die Achtung des Jägers vor der Natur ausdrücken soll.

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Die Jagdgesellschaft des Reviers Entlebuch-Entlenmatt-Rothbach mit ihrer heutigen Jagd-Trophäe – Weidmann’s Dank Marc!

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Wild-Genuss, der lokaler kaum möglich ist!

Wo lässt es sich besser Wild geniessen als in unmittelbarer Nähe der lokalen Wälder? Genau. Im Entlebuch, wo sich Fuchs und Reh gute Nacht sagen, Wald und Mensch im Einklang mit der Natur leben und der Metzger als Teil der Jagdgesellschaft die Entlebucher Gastro-Partner beliefert. Wir durften Willi Felder vom Restaurant Bahnhöfli bei der Zubereitung seiner Wild-Spezialitäten über die Schultern blicken und einem lokalen Gastronomen mit Ehrfurcht über lokale Produkte in der Küche begleiten.

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Herzlich Willkommen beim Biosphäre Entlebuch Gastro-Partner Willi Felder im Bahnhöfli Entlebuch.

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Entlebucher Rehpfeffer: Ein Wild-Geschmackserlebnis mit allem was sich ein Wild-Liebhaber wünscht.

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Magst du es noch exquisiter? Dann ist die Reh-Filet Platte genau das richtige für dich.

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Das neue Interior Design des Bahnhöfli Entlebuch ist sehr modern und schön umgesetzt worden – ein Muss im Entlebuch.

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Während dem Besuch bei Willi Felder im schönen, modern umgebauten Restaurant haben wir einige clevere Kniffs und Tricks bei der Zubereitung von Wild mitbekommen, wie das dezente Würzen und Anbraten der Filets auf sehr sehr heisser Platte mit Rosmarinzweigen, um den Eigengeschmack des Wilds noch stärker zu betonen. Bei Willi im Bahnhöfli Entlebuch findet ihr nicht nur Wild, sondern auch ausgeklügelte Menüs unterschiedlichster Einflüsse umgesetzt mit lokalen Produkten. Auf jeden Fall ein Besuch wert.

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Jeder Handgriff sitzt im Restaurant Bahnhöfli in Entlebuch.

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Hier entstehen aus lokalem Wild von Willi Giger’s Metzgerei in unmittelbarer Nähe echte Genuss-Momente.

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Jetzt geht es im Bahnhöfli Entlebuch wieder wild zu und her. Besucht Willi Felder und gönnt euch eine Wild-Platte der besonderen Art.

Tipps & Infos

Autoren

Rahel & Ron teilen die Freude an kulinarischen Erlebnissen, spannenden Produzenten und packender Fotografie. Gemeinsam sind die beiden für unseren Blog in der Biosphäre Entlebuch unterwegs und erzählen Stories hinter den «Echt Entlebuch» Produkten der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Echte Geschichten aus dem Entlebuch. hurrah.ch