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Der Beitrag der Biosphäre zum Erhalt der Moore

Morgenstimmung in der Moorlandschaft Glaubenberg

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Die Moore sind stark gefährdet. Kein anderer Lebensraum verlor in der Schweiz in den letzten 150 Jahren so viel Fläche wie die Moore, weshalb sie heute zu den wertvollsten und seltensten Gebieten der Schweiz zählen.

Die Erhaltung und Förderung intakter Moorlebensräume ist uns wichtig, weshalb wir uns in Richtung eines Kompetenzzentrums für Moore entwickeln möchten.

Historischer Rückblick – Torfabbau und Entwässerungen

Auch im Entlebuch wurden die Moore stark vom Menschen beeinflusst: Insbesondere die der unteren Lagen und auf den Hangterrassen wurden in ihrer Fläche stark dezimiert. Während den Weltkriegen wurden aufgrund der Energie- und Nahrungsknappheit mehrere Meter an Torf («Kohle des armen Mannes») abgebaut und viele Moore für die agrarische Nutzung entwässert. Ausserdem fanden Entwässerungen zur Aufforstung von Schutzwäldern statt. Auf dem Energielehrpfad beim Hochmoor Mettelimoos in Entlebuch wird die Geschichte des Torfabbaus beschrieben. Dort steht auch noch eine ehemalige Torfhütte («Turbeschürli») mit Inhalt.

Torfabbau im Mettelimoos während des 2. Weltkrieges

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Der aktuelle Zustand der Entlebucher Moore

Seit der Annahme der Rothenturm-Initiative im Jahre 1987, stehen in der Schweiz alle Moore unter Schutz und die Nutzung der Moore ist klar geregelt. Trotz der strengen Unterschutzstellung hat sich die Qualität der unter Schutz gestellten Moore – auch im Entlebuch – weiterhin verschlechtert. Bei den Hochmooren konnte eine Untersuchung der UNESCO Biosphäre Entlebuch zeigen, dass etwa 60% der national geschützten Hochmoore degradiert sind und Aufwertungen benötigen. Auch aus Sicht des Klimaschutzes macht die Renaturierung von Mooren Sinn, sind doch die Moore nicht zu unterschätzende Kohlenstoff-Senken, da die Torfkörper als langfristiger CO2-Speicher dienen. Entwässerte Moore hingegen agieren als starke Kohlenstoffschleudern, da der über Jahrtausende aufgebaute Torf schnell abgebaut wird.

Mooraufwertungen

Die Moore im Entlebuch leiden wie alle Schweizer Moore unter veränderten Wasserverhältnissen, Entwässerungsgräben älteren Datums, zunehmender Nährstoffzufuhr aus Luft und Wasser und unter Verbuschung und Verwaldung. Seit mehreren Jahren werden in der UNESCO Biosphäre Entlebuch Anstrengungen unternommen, um die Qualität der Moore wieder zu verbessern und die Lebensräume der hoch spezialisierten Tiere und Pflanze nachhaltig zu sichern.

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Moore trocknen durch früher angelegte Entwässerungsgräben aus / © Beck & Staubli

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Renaturierung eines Moores im Gebiet Sörenberg

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