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Moorlandschaften – Moore, soweit das Auge reicht

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Morgenstimmung in der Moorlandschaft Glaubenberg

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Die Moorlandschaft Habkern/Sörenberg beim Salwideli

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Moorlandschaft Glaubenberg: Die grösste zusammenhängende Moorlandschaft der Schweiz

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Vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung liegen ganz oder teilweise in der UNESCO Biosphäre Entlebuch: Glaubenberg (grösste der Schweiz!), Habkern/Sörenberg, Hilferenpass und Klein Entlen. Alle Moorlandschaften zusammen decken rund einen Viertel der Fläche des Entlebuchs ab und umfassen rund einen Zehntel der gesamten Hochmoorlandschaften der Schweiz.

Moorlandschaften erleben

Die vier Moorlandschaften im Entlebuch zeichnen sich durch ihre hohe Dichte an Hoch- und Flachmooren aus und können auf dem Moorlandschaftspfad auf verschiedenen Etappen erlebt werden. Karge Hochmoore, blumige Flachmoore und Moorwälder bilden urtümliche Moorlandschaften, die Ihre Sinne begeistern! Die abwechslungsreiche und gut signalisierte Route verläuft auf federnden Moorwegen, steinigen Bergpfaden und historischen Passrouten, vorbei an herrlichen Aussichtspunkten. Der Moorlandschaftspfad ist ein gemeinsames Projekt von Pro Natura und der UNESCO Biosphäre Entlebuch und wurde mit dem Label «Blauer Enzian» von Schweiz pur für ein nachhaltiges Tourismusangebot in geschützter Landschaft ausgezeichnet. Im Herbst sind die Moore besonders schön – rote Farbtupfer in der Landschaft.

Moorlandschaftspfad in der UNESCO Biosphäre Entlebuch
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Unterwegs auf dem Moorlandschaftspfad im Gebiet Schratteflue in Sörenberg

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Im Herbst sind die Moore besonders schön - rote Farbtupfer in der Landschaft

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Elemente von Kulturlandschaften

Die Moorlandschaften sind typische Flysch-Moorlandschaften: Der Flysch (wasserundurchlässiges, weiches Gestein) staut einerseits den vielen Niederschlag und lässt so verschiedenste Moore gedeihen. Andererseits gestaltet er die Landschaftsformen sanft und rund. Einzig die Landschaft am Fusse der Schratteflue in Sörenberg kontrastiert dieses Bild mit einem Mosaik aus schroffem, moorfreiem Karstgestein, Sandsteinplatten und Hochmoorwäldern. Die moorfreien Teile der Moorlandschaften im Entlebuch stehen in enger kultureller Beziehung zu den Mooren. Regionaltypische Kulturelemente sind die Streusiedlungen, die weitgehend erhalten geblieben sind. An manchen Orten stehen noch Turbehüttli (Torfhütten), Streuehütten und Tristen, die zum Landschaftsaspekt beitragen und an die frühere Nutzung der Moore erinnern.

Fuchserenmoos in der UNESCO Biosphäre Enltebuch
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Traditionelle Streuhütten beim Fuchserenmoos in Finsterwald, Entlebuch

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Die Streue wurden in Tristen unter freiem Himmel getrocknet und gelagert

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Zahlreiche Flachmoore entstanden als Folge der Rodungen bei der Besiedlung des Entlebuchs vor etwa 1`000 Jahren. Die Moore wurden geschnitten, das Schnittgut als sogenannte Streue (Einstreu für Ställe) genutzt. Dies wurde vor allem im 19. Jahrhundert akut, da zu dieser Zeit aufgrund des Aufkommens von günstigen Transporten durch die Eisenbahn der Getreideanbau abnahm und immer weniger Stroh zur Verfügung stand. Die Streue wurde in Tristen unter freiem Himmel oder in Streuehütten getrocknet und gelagert. Die traditionelle Streuenutzung wird heute noch praktiziert, hat aber ihre grosse Bedeutung verloren. Durch die Beweidung und Mahd der nassen Flächen entstanden aus den ehemaligen, eher eintönigen Wäldern sehr unterschiedliche und artenreiche Flachmoore.

Unser Buchtipp

Gratwegs ins Entlebuch. 19 Wanderungen im ersten Biosphärenreservat der Schweiz. François Meienberg. Rotpunktverlag. 3. Auflage 2008.