loading ...
spinner

Seltene und spezielle Tiere & Pflanzen in der Biosphäre

Beim Glögglifrosch trägt der Vater den Laich / © Andreas Meyer, karch

×

Im Entlebuch leben spezielle und teilweise äusserst seltene Tiere und Pflanzen, wie etwa der Pseudoskorpion der sogar als endemische Art gilt, die nur im Entlebuch vorkommt. Daneben gibt es einige weitere Spezialitäten:

Glögglifrosch – die Kröte mit dem Glockenruf

Die Geburtshelferkröte gehört zu den Amphibien und verdankt ihren zweiten Namen («Glögglifrosch») den glocken-ähnlichen Rufen, mit welchen die Männchen die Weibchen zur Paarungszeit anlocken. Im Entlebuch gibt es noch einige Populationen dieser gefährdeten und national im Naturschutz als prioritär eingestuften Art. Speziell am Tier ist nicht nur sein schöner Ruf, sondern dass im Gegensatz zu vielen anderen Tieren der Vater die Brutpflege übernimmt. Das männliche Tier wickelt die Laichschnüre um seine Hinterbeine und entlässt die Krötennachkommen erst ins Wasser, wenn sie schlüpfreif sind. Das Tier profitiert von Laichgewässern wie Weiher und Tümpel und einem Landlebensraum mit möglichst viel Versteckmöglichkeiten (z.B. Asthaufen). 

Ameisenbläuling – der Schmetterling mit dem Trick

Der Schwarzfleckige Ameisenbläuling ist ein blauer Schmetterling, der im Entlebuch an trockenen Standorten wie auf Alpweiden im Sömmerungsgebiet lebt. Er legt seine Eier an Blättern der Thymianpflanze ab, von welcher sich die Raupe zuerst ernährt. Nach einer gewissen Zeit lassen sich die Raupen fallen und täuschen vor, eine junge Ameise zu sein. Die Ameisen fallen auf seinen Trick rein und transportieren die Raupe in ihr Nest. Dort füttern die Ameisen die Raupe wie ihre eigene Brut, bis sie sich verpuppt und als ausgewachsener Schmetterling aus dem Nest fliegt.

Die Ameisenbläulinge legen ihre Eier an Thymianpflanzen ab und seine Raupen lassen sich von Ameisen füttern.

×

Warzenbeisser – der Warzenheiler

Der Warzenbeisser ist mit bis zu 35 mm Länge eine der grössten einheimischen Heuschreckenarten. Warzenbeisser ernähren sich vorwiegend von Insekten. Weil er ätzende Verdauungssäfte hat, liess man früher das Tier in Warzen beissen und hoffte auf eine heilende Wirkung. Der Warzenbeisser kommt insbesondere in den Entlebucher Feuchtwiesen noch an mehreren Standorten vor, da seine Larven eine ausreichende Bodenfeuchte zur Entwicklung benötigen. Das Tier fällt mit seinem an einen kaputten Wecker («tsic, tsic, tsic») erinnernden, lauten und schrillen Ruf in einer Wiese sofort auf. Der Warzenbeisser wird als Zielart der regionalen Vernetzungsprojekte spezifisch gefördert

Der Warzenbeisser ist eine regionale Zielförderart im Entlebuch

×

Spezielle Flechten und Moose

Auch von kleinen und eher unbekannten Lebeswesen ist die Artenvielfalt im Entlebuch überraschend gross, wie der Tag der Artenvielfalt, der im Jahr 2016 erstmals durchgeführt wurde, zeigte. So kommen einige ganz seltene Flechtenarten wie die Gefranste Wimpernflechte, Dunkle Rentierflechte oder die Graue Stecknadelflechte noch in den Wäldern des Entlebuchs vor. Auch das Bunte Birnmoos, das an sandigen und kiesigen Stellen der Flussauen im Entlebuch wächst, ist gefährdet und gilt als Rote Liste Art.

1 / 3

Schriftflechte / © Karl Bürgi-Meyer

2 / 3

Gefranste Wimpernflechte / © Karl Bürgi-Meyer

3 / 3

Buntes Birnmoos / © Dr. Heike Hofmann

×

Moorameise und Moor-Binse – Reliktarten der Eiszeiten

Die Moor-Binse und die Schwarzglänzende Moorameise sind beide stark gefährdete Arten und leben in der Schweiz fast ausschliesslich in den Mooren des Entlebuchs. Beides sind sogenannte Reliktarten aus den Eiszeiten und stammen aus einer Zeit, als noch das heute ausgestorbene Mammut in der Schweiz lebte. Damals waren sie viel häufiger, da sie nasse und kühle Lebensräume lieben. Heute haben sie in den nassen und kühlen Hochmooren einen Ersatzlebensraum gefunden. Wegen der äusserst seltenen Moor-Binse besuchen BotanikerInnen aus ganz Europa das Entlebuch!

Ein Bericht über die Schwarzglänzende Moorameise erschien im 2018 im "Mein Entlebuch".

1 / 2

Die Moorameise - Eine Reliktart aus der Eiszeit / © Wolfgang Münch

2 / 2

Die Moor-Binse fühlt sich in nassen Mooren besonders wohl / © Biopix.dk

×