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Aktuelle Projekte

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Beim Glögglifrosch trägt der Vater den Laich / © Andreas Meyer, karch

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Solche Steinhaufen baut die Biosphäre als Unterschlupf für zahlreiche Tiere

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Für Frösche und Libellen werden Weiher aufgewertet oder neu gebaut

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Aktuelle Projekte im Bereich «Artenförderung»:

Zauneidechse

Die Zauneidechse kommt im Entlebuch vor allem in tiefen und mittleren Lagen im Gebiet der Kleinen Emme und der Grossen Fontanne vor. Sie mag es gern «unaufgeräumt», aber viele wichtige Strukturen wie Altgrasstreifen mit Ast- und Steinhaufen gingen in der Vergangenheit verloren. Die UNESCO Biosphäre Entlebuch unterstützt die hiesigen Landwirte mit Beratungen sowie finanziell bei der Anlegung von neuen Strukturen und trägt so zum Schutz der Zauneidechse und zur Vernetzung ihres Lebensraums bei. Von den neu geschaffenen Strukturen profitieren auch andere Arten wie Wiesel, Ringelnatter oder Neuntöter.

Zauneidechsen-Männchen im grünen Paarungskleid
Männchen im grünen Paarungskleid. Bild ©Heidi Jost, naturimbild.ch

Glögglifrosch

Der seltene «Glögglifrosch» ist eigentlich gar kein Frosch, sondern eine Kröte. Er heisst offiziell auch Geburtshelferkröte und zwar wegen seiner speziellen Lebensweise: Im Unterschied zu vielen anderen Tieren ist nämlich der Vater für die Brutpflege verantwortlich. Der Vater wickelt sich den Laich um seine Hinterbeine und hält sich möglichst viel an der Sonne auf, damit die Jungtiere sich schnell entwickeln. Kurz vor dem Schlüpfen der Kaulquappen aus den Eiern, sucht er einen Weiher auf, wo er die Kaulquappen ins Wasser entlässt. Dort leben die Kaulquappen bis sie zu kleinen Kröten herangewachsen sind. Bekannt vom «Glögglifrosch» sind seine glockenartigen Rufe, mit denen die Männchen die Weibchen in der Paarungszeit anlocken.

Im Förderprojekt werden:

  • Kenntnisse über sein Vorkommen in der Region erweitert (Populationszählungen usw.)
  • Konkrete Massnahmen umgesetzt: Aufwerten seiner Landlebensräume mit Asthaufen und anderen Versteckmöglichkeiten & Anlegen/Aufwerten neuer/bestehender Laichgewässer
Ein bedrohter Glögglifrosch der gerettet werden konnte.
Ein bedrohter Glögglifrosch der gerettet werden konnte. ©Anita Röösli

Blauschillernder Feuerfalter

Der Blauschillernde Feuerfalter ist eine der neuen Förderarten der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Als Tagfalter, der auf extensive Feuchtweiden und intakte Moore angewiesen ist, helfen die Fördermassnahmen vielen weiteren Tierarten, die auf dieselben, selten gewordenen Lebensräume angewiesen sind. Der Feuerfalter zählt zur Familie der Bläulinge. Die Männchen sind besonders attraktiv und weisen einen auffällig violett-blauen Schimmer auf der Flügeloberseite auf.

Unser Förderprojekt umfasst folgende Aspekte:

  • Bestandeserhebung und Populationszählungen im Feld durch Tagfalterexpertin
  • Umsetzung erster Fördermassnahmen zusammen mit Landwirten (z.B. Brachen mit seiner Raupenfutterpflanze am Rand von Mooren stehen lassen)
  • Überwachung der Bestände und Wirkung der Fördermassnahmen prüfen
Attraktiver Moorschmetterling und neue Förderart: Blauschillernder Feuerfalter. ©Wikimedia, Frank Vassen (CC BY 2.0)

Amphibien-Zugstellen

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch setzt sich aktiv für den Schutz von Amphibien ein, welche alle schweizweit geschützt sind. Mit Freiwilligen und im Rahmen der Vernetzungsprojekte mit Landwirten werden bestehende Laichgewässer und Landlebensräume gepflegt und neue Weiher angelegt. Mit der Unterstützung von lokalen Naturschützern werden an vier Standorten Froschzäune aufgestellt. Dies verhindert jährlich den Strassentod von Hunderten von Fröschen und Kröten, wenn diese im Frühjahr ihre Laichgewässer aufsuchen.

Aktuelle Projekte im Bereich «Lebensraumaufwertung und Landschaftsschutz»:

Hecken für den Neuntöter

Hecken bereichern die Landschaft der UNESCO Biosphäre Entlebuch vor allem in den tieferen Tallagen. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten: Fast 90 Arten, darunter auch der Neuntöter, sind direkt oder indirekt von Hecken abhängig.

Mit dem Projekt «Heckenaufwertungen im Entlebuch – Blühende Hecken für den Neuntöter» soll der Lebensraum Hecke wieder ins Bewusstsein der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter sowie der lokalen Bevölkerung gebracht werden. Es werden Heckenpflegekurse durchgeführt, bestehende Hecken sollen aufgewertet werden und es werden diverse Exkursionen sowie eine Sträucher-Tauschaktion für die lokale Bevölkerung durchgeführt.

Heckenpflanzung beim Schwesterhüsli durch Mitglieder des Vereins "Naturnetz Schüpfheim"

Biodiversität im Siedlungsraum

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung im Siedlungsraum ein, dazu zählt auch das Aufwerten naturnaher Flächen und die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Biodiversität (Artenvielfalt). Im Rahmen des Projektes wurde diesen Juli mit der tatkräftigen Unterstützung von Lernenden der Firma Implenia in Romoos monotoner Rasen entfernt und an dessen Stelle insekten- und fledermausfreundliche Wildblumenwiesen angesät. Im letzten Jahr wurde mit 350 Schülerinnen und Schülern der Region ein Wildbienen-Aktionstag durchgeführt, um die Biodiversität ums Schulhaus sowie im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu fördern.

In zwei Merkblättern wurden die wichtigsten Informationen zu Biodiversität im Siedlungsraum zusammengetragen. Ein Merkblatt richtet sich an Privatpersonen, das andere an Institutionen wie die Werkdienste der Gemeinden oder Gartenbauunternehmungen.

Am Aktionstag «Biodiversität ums Schulhaus» konnten die Kinder Wildbienen ganz nah beobachten.
Blühstreifen im Siedlungsraum - Eine bunte Augenweide für alle – ein Festmahl für Schmetterlinge, Wildbienen und Co.

Moorlebensräume

Die verschiedenen Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung bilden neben der Schrattenfluh die Kernzone der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Die Erhaltung und Förderung intakter Moorlebensräume ist für uns von zentraler Bedeutung, weshalb wir uns in Richtung eines Kompetenzzentrums für Moore entwickeln möchten.

Kulturland – Landwirte fördern Biodiversität

Auch die Entlebucher Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Durch eine regelmässige angepasste Mahd von teilweise abgelegenen Flächen werden beispielsweise artenreiche Alpwiesen vor der Verbuschung bewahrt. Seit 2002 sind ausserdem sämtliche Gemeinden der UNESCO Biosphäre Entlebuch einem sogenannten Vernetzungsprojekt angeschlossen. In den Vernetzungsprojekten werden verschiedene Tiere und Pflanzen - sogenannte Zielarten - im Landwirtschaftsgebiet gefördert. Mit Hecken, Blumenwiesen und Hochstamm-Obstgärten setzen sich die Landwirte für Feldhasen, Gartenrotschwanz und viele andere Zielarten ein.

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch führt im Auftrag der Gemeinden eine Überprüfung dieser regionalen Vernetzungsprojekte durch und verfasst regelmässig einen Bericht zum Vorkommen und der Entwicklung der Zielarten für das ganze Entlebuch. Resultate der letzten Feldüberprüfung finden Sie hier: Bericht Feldüberprüfung

Ohne Mähen würden artenreiche Alpwiesen verbuschen

Kontakt

Für aktuelle Informationen zu den Förderprojekten wenden Sie sich bitte direkt an Tanja Koch, Verantwortliche für die Bereiche Natur und Landschaft.
Telefon direkt: +41 (0)41 485 88 72, t.kochbiosphaere.ch