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Aktuelle Projekte

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Beim Glögglifrosch trägt der Vater den Laich / © Andreas Meyer, karch

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Solche Steinhaufen baut die Biosphäre als Unterschlupf für zahlreiche Tiere

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Für Frösche und Libellen werden Weiher aufgewertet oder neu gebaut

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Für folgende Arten laufen aktuell Förderprojekte:

Blauschillernder Feuerfalter

Der Blauschillernde Feuerfalter ist eine der neuen Förderarten der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Als Tagfalter, der auf extensive Feuchtweiden und intakte Moore angewiesen ist, helfen die Fördermassnahmen vielen weiteren Tierarten, die auf dieselben, selten gewordenen Lebensräume angewiesen sind. Der Feuerfalter zählt zur Familie der Bläulinge. Die Männchen sind besonders attraktiv und weisen einen auffällig violett-blauen Schimmer auf der Flügeloberseite auf.

Unser Förderprojekt umfasst folgende Aspekte:

  • Bestandeserhebung und Populationszählungen im Feld durch Tagfalterexpertin
  • Umsetzung erster Fördermassnahmen zusammen mit Landwirten (z.B. Brachen mit seiner Raupenfutterpflanze am Rand von Mooren stehen lassen)
  • Überwachung der Bestände und Wirkung der Fördermassnahmen
Attraktiver Moorschmetterling und neue Förderart: Blauschillernder Feuerfalter. ©Wikimedia, Frank Vassen (CC BY 2.0)

Glögglifrosch

Der seltene «Glögglifrosch» ist eigentlich gar kein Frosch, sondern eine Kröte. Er heisst offiziell auch Geburtshelferkröte und zwar wegen seiner speziellen Lebensweise: Im Unterschied zu vielen anderen Tieren sorgt nämlich der Vater für den Nachwuchs. Der Vater wickelt sich den Laich um seine Hinterbeine und hält sich möglichst viel an der Sonne auf, damit die Jungtiere sich schnell entwickeln. Kurz vor dem Schlüpfen der Kaulquappen aus den Eiern, sucht er einen Weiher auf, wo er die Kaulquappen ins Wasser entlässt. Dort leben die Kaulquappen bis sie zu kleinen Kröten herangewachsen sind. Bekannt vom «Glögglifrosch» sind seine glockenartigen Rufe, mit denen die Männchen die Weibchen in der Paarungszeit anlocken.

Im Förderprojekt werden:

  • Kenntnisse über sein Vorkommen in der Region erweitert (Populationszählungen usw.)
  • Konkrete Massnahmen umgesetzt: Aufwerten seiner Landlebensräume mit Asthaufen und anderen Versteckmöglichkeiten & Anlegen/Aufwerten neuer/bestehender Laichgewässer
Ein bedrohter Glögglifrosch der gerettet werden konnte. ©Janine Stadelmann

Amphibien

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch fördert Amphibien, die alle unter Schutz stehen, aktiv mit Massnahmen. So werden mit Freiwilligen und im Rahmen der Vernetzungsprojekte mit Landwirten neue Weiher angelegt und bestehende Laichgewässer und Landlebensräume gepflegt. Mit der Unterstützung von lokalen Tierfreunden werden zwischen Flühli und Sörenberg Froschhäge aufgestellt. Dies verhindert jährlich den Strassentod von Tausenden von Individuen, wenn die Frösche im Frühjahr ihr Laichgewässer aufsuchen.

Grasfroschpaar
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Grasfroschpaar

Froschhag
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Aufstellen eines Froschzaunes in Sörenberg

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Für folgende Lebensräume & Landschaften laufen aktuell Förderprojekte:

Hecken für den Neuntöter

Hecken bereichern die Landschaft der UNESCO Biosphäre Entlebuch vor allem in den tieferen Tallagen. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten: Fast 90 Arten, darunter auch der Neuntöter, Vogel des Jahres 2020, sind direkt oder indirekt von Hecken abhängig.

Mit dem Projekt «Heckenaufwertungen – Neue Hecken für den Neuntöter» sollen neue Hecken gepflanzt und die Qualität bestehender Hecken aufgewertet werden. Neben konkreten Pflanz-Aktionen mit Freiwilligengruppen sind Weiterbildungsangebote für Landwirte (Heckenpflege) und andere Sensibilisierungsmassnahmen der Öffentlichkeit geplant.

Heckenpflanzung beim Schwesterhüsli durch Mitglieder des Vereins "Naturnetz Schüpfheim"

Biodiversität im Siedlungsraum

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung im Siedlungsraum ein, dazu zählt auch das Aufwerten naturnaher Flächen und die Sensibilisierung für die Biodiversität (Artenvielfalt). Im Rahmen des Projektes werden mit Schüler und Schülerinnen der Region Aktionstage «Biodiversität ums Schulhaus» durchgeführt und im Frühjahr 2019 wurden Blühstreifen mit einheimischen Wildpflanzen angesät. Diese sollen mindestens zwei Jahre nicht gemäht werden, wovon diverse Tiere (Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel) profitieren, die hier Unterschlupf und Nahrung finden.

Am Aktionstag «Biodiversität ums Schulhaus» konnten die Kinder Wildbienen ganz nah beobachten.
Blühstreifen im Siedlungsraum - Eine bunte Augenweide für alle – ein Festmahl für Schmetterlinge, Wildbienen und Co.

Moorlebensräume

Die Erhaltung und Förderung intakter Moorlebensräume ist uns wichtig, weshalb wir uns in Richtung eines Kompetenzzentrums für Moore entwickeln möchten.

Kulturland – Landwirte fördern Biodiversität

Auch die Entlebucher Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Ohne Mähen würden beispielsweise viele artenreiche Alpwiesen verbuschen. Seit 2002 sind ausserdem sämtliche Gemeinden der UNESCO Biosphäre Entlebuch einem sogenannten Vernetzungsprojekt angeschlossen. In den Vernetzungsprojekten werden verschiedene Tiere und Pflanzen - sogenannte Zielarten - im Landwirtschaftsgebiet gefördert. Mit Hecken, Blumenwiesen, Flachmooren, Hochstamm-Obstgärten und Einzelbäumen setzen sich die Landwirte für Feldhasen, Gartenrotschwanz und viele andere Zielarten ein.

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch führt im Auftrag der Gemeinden eine Überprüfung dieser regionalen Vernetzungsprojekte durch und verfasst regelmässig einen Bericht zum Vorkommen und der Entwicklung der Zielarten für das ganze Entlebuch. Resultate der letzten Feldüberprüfung finden Sie hier: Bericht Feldüberprüfung

Ohne Mähen würden artenreiche Alpwiesen verbuschen

Alpenprojekt - Landschaftsaufwertungen im Sömmerungsgebiet

Das Sömmerungsgebiet in der UNESCO Biosphäre Entlebuch ist eine Kulturlandschaft, die sich über Jahrhunderte durch die alpwirtschaftliche Nutzung des Menschen mit Vieh (Sömmerungsweiden) entwickelt und gewandelt hat. In unserem Projekt setzen wir uns dafür ein, dass dieses landschaftliche Kulturerbe nicht verloren geht und die artenreichen Sömmerungsweiden nicht verbuschen. Legendär ist die Alpabfahrt Schüpfheim oder der Betruf (Alpsegen), der teilweise noch praktiziert wird.

Im Alpenprojekt werden folgende Massnahmen zur Landschaftsaufwertung umgesetzt:

  • Einheitliche Beschriftung der Alpgebäude mit Holzbuchstaben (zur Identifikation im Raum)
  • Förderung traditioneller Brunnentröge aus Holz und Beton als Viehtränke (als Ersatz für unästhetische Tröge aus Plastik oder Keramik)
  • Pflanzung von regionaltypischen Bäumen an aussichtsreichen Orten
  • Unterstützung mit Freiwilligen beim Entbuschen von Sömmerungsweiden usw.
Badewannen werden durch Brunnentröge aus Holz ersetzt.
Ein erster Bergahorn wurde von Beat Krummenacher auf seiner Portenalp bereits an einem schönen, aussichtsreichen Ort gepflanzt.

Kontakt

Für aktuelle Informationen zu den Förderprojekten wenden Sie sich bitte direkt an Dr. Eva Frei, Verantwortliche für die Bereiche Natur und Landschaft.
Telefon direkt: +41 (0)41 485 88 72, e.freibiosphaere.ch