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Ökologische Infrastruktur

Hecken für den Neuntöter

Hecken bereichern die Landschaft der UNESCO Biosphäre Entlebuch vor allem in den tieferen Tallagen. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten: Fast 90 Arten, darunter auch der Neuntöter, sind direkt oder indirekt von Hecken abhängig.

Mit dem Projekt «Heckenaufwertungen im Entlebuch – Blühende Hecken für den Neuntöter» soll der Lebensraum Hecke wieder ins Bewusstsein der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter sowie der lokalen Bevölkerung gebracht werden. Es werden Heckenpflegekurse durchgeführt, bestehende Hecken sollen aufgewertet werden und es werden diverse Exkursionen sowie eine Sträucher-Tauschaktion für die lokale Bevölkerung durchgeführt.

Biodiversität im Siedlungsraum

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung im Siedlungsraum ein, dazu zählt auch das Aufwerten naturnaher Flächen und die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Biodiversität (Artenvielfalt). Im Rahmen des Projektes wurde diesen Juli mit der tatkräftigen Unterstützung von Lernenden der Firma Implenia in Romoos monotoner Rasen entfernt und an dessen Stelle insekten- und fledermausfreundliche Wildblumenwiesen angesät. Im letzten Jahr wurde mit 350 Schülerinnen und Schülern der Region ein Wildbienen-Aktionstag durchgeführt, um die Biodiversität ums Schulhaus sowie im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu fördern.

In zwei Merkblättern wurden die wichtigsten Informationen zu Biodiversität im Siedlungsraum zusammengetragen. Ein Merkblatt richtet sich an Privatpersonen, das andere an Institutionen wie die Werkdienste der Gemeinden oder Gartenbauunternehmungen.

Moorbiotope von nationaler Bedeutung

Die verschiedenen Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung bilden neben der Schrattenfluh die Kernzone der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Die Erhaltung und Förderung intakter Moorlebensräume ist für uns von zentraler Bedeutung, weshalb wir uns in Richtung einesMoorkompetenzzentrum entwickeln möchten.

Kulturland – Landwirte fördern Biodiversität

Auch die Entlebucher Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Durch eine regelmässige angepasste Mahd von teilweise abgelegenen Flächen werden beispielsweise artenreiche Alpwiesen vor der Verbuschung bewahrt. Seit 2002 sind ausserdem sämtliche Gemeinden der UNESCO Biosphäre Entlebuch einem sogenannten Vernetzungsprojekt angeschlossen. In den Vernetzungsprojekten werden verschiedene Tiere und Pflanzen - sogenannte Zielarten - im Landwirtschaftsgebiet gefördert. Mit Hecken, Blumenwiesen und Hochstamm-Obstgärten setzen sich die Landwirte für Feldhasen, Gartenrotschwanz und viele andere Zielarten ein.

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch führt im Auftrag der Gemeinden eine Überprüfung dieser regionalen Vernetzungsprojekte durch und verfasst regelmässig einen Bericht zum Vorkommen und der Entwicklung der Zielarten für das ganze Entlebuch. Resultate der letzten Feldüberprüfung finden Sie hier: Bericht Feldüberprüfung

Kontakt

Für aktuelle Informationen zu den Förderprojekten wenden Sie sich bitte direkt an Tanja Koch, Verantwortliche für die Bereiche Natur und Landschaft.
Telefon direkt: +41 (0)41 485 88 72, t.kochbiosphaere.ch